Sankt Vith

Ardennenoffensive - Sankt Vith und die belgische Eifel

Erinnerung wach halten - Dezember 2014

 

18.01.2015

Der Zweite Weltkrieg zerstörte Menschenleben, materielle Grundlagen und das soziale Miteinander. Höhepunkt des Leides und der Zerstörung in der belgischen Eifel war Hitlers letzte Offensive, die Ardennenoffensive im Dezember 1944. Die Bilanz, erschreckend: tausende Tote, Verwundete, viele zerstörte Ortschaften, hunderte Vertriebene, Flüchtlinge, Vermisste und die wirtschaftliche Vernichtung.

 

Überall sind durch Granateinschläge, Bombenschäden und mutwillige Zerstörungen der Besatzer enorme Reparaturarbeiten erforderlich.

Kirchen, Häuser, Straßen, Eisenbahnlinien, Wälder und Felder liegen in Schutt und Asche. Menschen und Tiere hausen vielfach in notdürftigen Baracken.

 

Zwar kann die amerikanische Gegenoffensive ab Januar 1945 die deutschen Truppen zurückdrängen, doch werden weite Teile der Region zerstört werden. Sankt Vith war zu 90 % zerstört. Rocherath, Elsenborn, Bütgenbach, Büllingen und Faymonville waren zu großen Teilen unbewohnbar.

 

Gerade heute ist es wichtig, solch tragische Ereignisse als mahnende Erinnerung in Ehren zu halten. Anlässlich der Veranstaltungen zur 70-Jahr-Feier „Zerstörung der Stadt Sankt Vith“ kuratierte die Stadt im Dezember 2014 eine Ausstellung zum „Gedenken an die Zerstörungen in der belgischen Eifel vor 70 Jahren“.

 

Die Ausstellung ermöglichte unter anderem, den Begriff „Gedenken“ aufzugreifen. Historiker, aber auch Kinder hatten so die Möglichkeit, ihre Sichtweise zum Thema „Gedenken“ zu äußern.

 

Andrea Velz, Lizenziatin in zeitgenössischer Geschichte, beantwortete die Frage „Ist Gedenken an die Weltkriege wichtig?“ wie folgt.

 

„Manchmal erscheint Gedenken heroisierend oder auch dämonisierend, vereinfachend und auch kitschig, profitorientiert und auch voyeuristisch. ABER Gedenken heißt auch Innehalten, Respekt und Ehre erweisen. Gedenken heißt Gedanken schenken – an Menschen der Vergangenheit – ist der Versuch, deren Gedanken und Handlungen nachzuvollziehen und zu verstehen. Gedenken regt zum Denken an – ist ein ständiges Nachfragen und Infrage-Stellen. Gedenken ist manchmal unangenehm, beschwört Widerstände herauf, lässt Gegensätze wieder auftauchen, löst Konfrontationen, Emotionen aus. Gedenken bringt Orientierung in Vergangenheit und Gegenwart, Erkenntnisse über Identität, Herkunft, Fundamente einer Gesellschaft. Gedenken führt zu Interesse, Verständnis und Toleranz. Gedenken verhindert Vergessen, erschwert Verdrängen, Ignorieren und Verneinen. Gedenken ist wichtig.“

 

Die folgenden Bilder wurden von Kindern gezeichnet. Lassen Sie die Bilder einmal auf sich wirken und versuchen Sie sich dabei Ihre eigene Meinung zum Thema Krieg und zur Frage „Ist Gedenken an die Weltkriege wichtig?“ zu bilden.

 

Es ist erstaunlich, wie Bilder und Zeichnungen, besonders Zeichnungen von Kindern uns in nachdenklichen Situationen die Augen öffnen können, ist man dazu bereit.

don't forget

dontforget.be by Philippe Bauer © 2015 - All Rights Reserved. Last Updated April 11, 2015. Visitors: 305.

Die Webseite ist für die Nutzung auf mobilen Geräten ausgelegt.